WEGE ZUM BILDWERK – HEIMO KUCHLING ZUM 100. GEBURTSTAG

Ausstellungsdauer: 26. November bis 17. Dezember 2017
DI - SO: 10:00-18:00 Uhr

GOTTFRIED HELNWEIN: KIND


Ausstellungsdauer: 20. Mai bis 29. Oktober 2017
DI - SO 10:00-18:00 Uhr

WERNER BERG: KINDER


Ausstellungsdauer: 20. Mai bis 29. Oktober 2017
DI - SO: 10:00-18:00 Uhr

Das WERNER BERG MUSEUM Bleiburg/Pliberk zeigt im Jahre 2017 folgende Sonderausstellungen:

GOTTFRIED HELNWEIN: KIND
WERNER BERG: KINDER
Ausstellungsdauer: 20. Mai bis 29. Oktober 2017


WEGE ZUM BILDWERK – Heimo Kuchling zum 100. Geburtstag
Ausstellungsdauer. 26. November – 17.Dezember 2017



         


GOTTFRIED HELNWEIN: KIND

Nach der Retrospektive in der Albertina/Wien im Jahre 2013 stellt die Helnwein-Ausstellung im Werner Berg Museum Bleiburg/Pliberk im Jahre 2017 die nächste Großausstellung dieses weltweit anerkannten Künstlers, dessen hyperrealistische Bilder zu den Ikonen der Gegenwartskunst gezählt werden dürfen, auf österreichischem Boden dar. 
Im Werner Berg Museum werden 70 Hauptwerke aus allen Schaffensphasen zum Thema des Kindes gezeigt.
Der repräsentative Querschnitt – ermöglicht nur durch die großzügige Unterstützung des Künstlers und zahlreicher privater Leihgeber – reicht von frühen, die Öffentlichkeit schockierenden Aquarellen und Aktionen bis zu den großformatig, eindringlichen Bildern der letzten Jahre.
Gottfried Helnweins Bildern hinterlassen den Betrachter fragend. Seine Bilder sind Motoren, die verborgene, tabuisierte Vorstellungs- und Erinnerungsabläufe in Gang bringen.

Ihre Nicht-Eindeutigkeit und Rätselhaftigkeit zwingt zur jeweils eigenen Interpretation, zum Reagieren – zum Aufwühlen verdeckter Schichten des Erlebens.

„Ich will mit meinen Bildern und Aktionen die Menschen aus ihrer Eingefrorenheit lösen, wenn auch nur eine Sekunde lang, will sie verunsichern und zu spontanen Reaktionen hinreißen.
Verunsichern, aber nicht destruktiv. Die logische Denkfähigkeit soll zugunsten totaler Selbstöffnung kurz trockengelegt werden.“

Gottfried Helnwein

Die Ausstellung im Museum wird durch eine raumgreifende Installation Gottfried Helnweins am Bleiburger Hauptplatz ergänzt und erweitert – circa 10 Hausfassaden werden zu vom Künstler gestalteten großflächigen Bildträgern.
Die besondere Situation des leicht ansteigenden, nach allen Seiten geschlossen wirkenden Raumes verwandelt den historischen Platz in einmaliger Weise zum faszinierenden, fesselnden „Ausstellungsraum“.
Ein solches, ein ganzes städtisches Ensemble bestimmendes Übergreifen der Präsentation in den allgemein genützten öffentlichen Bereich war in Österreich in dieser Weise bisher nicht zu sehen und zu erleben.

WERNER BERG: KINDER

Als zweite Ausstellung präsentiert das Museum einen nahezu vollständigen Überblick über die Kinderbildnisse Werner Bergs.
Circa 90 Werke (35 Ölbilder, 10 Holzschnitte, 8 Aquarelle und großformatige Zeichnungen, sowie 40 Skizzen) zeigen den hohen Stellenwert dieses Themas im Schaffen des Künstlers vom Rutarhof.
Werner Berg malte nur, was sein unmittelbares Erleben betraf. So verwundert es nicht, das vor allem die fünf Kinder des Malers wiederholt zum Thema seiner Bilder wurden. Doch auch die berührend direkten Darstellungen der Kinder der Bauern, Bettler und Taglöhner aus seiner Nachbarschaft zeigen seine Faszination von einer archaischen Welt, wie sie der Künstler tagtäglich nach seiner Ansiedlung auf dem entlegenen Bauernhof im Süden Kärntens erlebte. 
Kinderbilder finden sich vor allem im bedeutenden Frühwerk bis 1950. Werner Bergs Suche nach einem ursprünglichen Leben voll direkter Anschauung spiegelt sich gerade in diesen Werken. Ganz von der Art des Erlebens eines Kindes durchdrungen stellen diese Bilder Kinder gleichsam mit dem naiven Blick aus deren Augen dar.

Zu beiden Ausstellungen erscheint in gleicher Aufmachung je ein Katalogbuch mit je 240 Seiten im Münchner HIRMER Verlag.
 

WEGE ZUM BILDWERK – HEIMO KUCHLING ZUM 100. GEBURTSTAG

26. November bis 17. Dezember 2017

Das Werner Berg Museum Bleiburg/Pliberk krönt das so erfolgreiche Ausstellungsjahr 2017 mit einer beeindruckenden Auswahl von Gemälde, Skulpturen und Graphiken von Künstlern, die mit dem Wirken des österreichischen Kunsttheoretikers Heimo Kuchling (+2013) eng verbunden waren – wie z.B. Herbert Boeckl, Maria Lassnig, Werner Berg, Fritz Wotruba und Joannis Avramidis. Die Auseinandersetzung mit Formproblemen ermöglichte die Begegnung unterschiedlicher und einander mitunter sehr reserviert gegenüberstehender Künstler.

„Morphologie der Bildenden Kunst hat seine Vorlesung geheißen. Es ist nur darum gegangen, warum ein Bild gut ist und Qualität hat, also um die Formen. Er hat alles untersucht, Kubismus, auch alte Bilder, und in Zeichnungen die Kurven, Differenzierung, totale Strenge. Einmal sagte er, wir sollen eine Kurve zeichnen, die Spannung hat“, erinnerte sich Otto Mühl.

Heimo Kuchlings Hauptschulfreund, der Dichter Michael Guttenbrunner, wurde sein engster Weggefährte. Nach der Studienzeit an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Robert Obsieger wurde Kuchling freier Kunstschriftsteller in Wien. In dieser Zeit lernte er den Maler Herbert Boeckl kennen. 1945 besuchte Maria Lassnig seine Vorträge in Klagenfurt. Ab 1946 war Kuchling regelmäßig auf dem Rutarhof Werner Bergs zu Gast, dessen Tochter Ursula er 1951 heiratete. 1950 entwickelte Kuchling, vermittelt durch Fritz Wotruba, das Fach Morphologie der Bildenden Kunst an der Akademie der Bildenden Künste Wien, später unterrichtete Kuchling auch an der Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz. Maria Lassnig, die nach Auslandsaufenthalten 1980 nach Österreich zurückkehrte, knüpfte die Annahme einer Professur an der Hochschule für angewandte Kunst an die Bedingung, dass Kuchling sie beim Aufbau und der Führung ihrer Klasse unterstützt. In den letzten zwei Jahrzehnten holte sie sich immer wieder Rat bei ihm, vertraute seinem Urteilsvermögen und besprach ihre Bilder mit ihm.

Für die Sammlung Fritz Kamm ersteigerte Kuchling auf internationalen Auktionen bedeutende Werke von Künstlern wie Cézanne, Picasso, Gris, Macke, Klee, Kirchner, Schlemmer. Damit entstand eine der wertvollsten Kunstsammlungen des 20. Jahrhunderts. In Kamms Galerie Würthle in Wien arbeitete Kuchling von 1953 bis 1968 als Kurator. Er holte nach dem Krieg wieder internationale Kunst nach Wien, die durch den Nationalsozialismus völlig verdrängt und wieder in Vergessenheit geraten war.