WEGE ZUM BILDWERK – HEIMO KUCHLING ZUM 100. GEBURTSTAG

26. November bis 17. Dezember 2017        Di-SO   14 -18 h

Das Werner Berg Museum Bleiburg/Pliberk krönt das so erfolgreiche Ausstellungsjahr 2017 mit einer beeindruckenden Auswahl von Gemälde, Skulpturen und Graphiken von Künstlern, die mit dem Wirken des österreichischen Kunsttheoretikers Heimo Kuchling (+2013) eng verbunden waren – wie z.B. Herbert Boeckl, Maria Lassnig, Werner Berg, Fritz Wotruba und Joannis Avramidis. Die Auseinandersetzung mit Formproblemen ermöglichte die Begegnung unterschiedlicher und einander mitunter sehr reserviert gegenüberstehender Künstler.

„Morphologie der Bildenden Kunst hat seine Vorlesung geheißen. Es ist nur darum gegangen, warum ein Bild gut ist und Qualität hat, also um die Formen. Er hat alles untersucht, Kubismus, auch alte Bilder, und in Zeichnungen die Kurven, Differenzierung, totale Strenge. Einmal sagte er, wir sollen eine Kurve zeichnen, die Spannung hat“, erinnerte sich Otto Mühl.

Heimo Kuchlings Hauptschulfreund, der Dichter Michael Guttenbrunner, wurde sein engster Weggefährte. Nach der Studienzeit an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Robert Obsieger wurde Kuchling freier Kunstschriftsteller in Wien. In dieser Zeit lernte er den Maler Herbert Boeckl kennen. 1945 besuchte Maria Lassnig seine Vorträge in Klagenfurt. Ab 1946 war Kuchling regelmäßig auf dem Rutarhof Werner Bergs zu Gast, dessen Tochter Ursula er 1951 heiratete. 1950 entwickelte Kuchling, vermittelt durch Fritz Wotruba, das Fach Morphologie der Bildenden Kunst an der Akademie der Bildenden Künste Wien, später unterrichtete Kuchling auch an der Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz. Maria Lassnig, die nach Auslandsaufenthalten 1980 nach Österreich zurückkehrte, knüpfte die Annahme einer Professur an der Hochschule für angewandte Kunst an die Bedingung, dass Kuchling sie beim Aufbau und der Führung ihrer Klasse unterstützt. In den letzten zwei Jahrzehnten holte sie sich immer wieder Rat bei ihm, vertraute seinem Urteilsvermögen und besprach ihre Bilder mit ihm.

Für die Sammlung Fritz Kamm ersteigerte Kuchling auf internationalen Auktionen bedeutende Werke von Künstlern wie Cézanne, Picasso, Gris, Macke, Klee, Kirchner, Schlemmer. Damit entstand eine der wertvollsten Kunstsammlungen des 20. Jahrhunderts. In Kamms Galerie Würthle in Wien arbeitete Kuchling von 1953 bis 1968 als Kurator. Er holte nach dem Krieg wieder internationale Kunst nach Wien, die durch den Nationalsozialismus völlig verdrängt und wieder in Vergessenheit geraten war.