Gründonnerstag - 1959 (45x75cm)

Gründonnerstag

Das Grün aus dem Namen des Kirchentages wird zur bildbestimmenden Farbe, durch das rote Gewand der Frau in seiner Farbwirkung und tiefen Leuchtkraft gesteigert, während das Greinen, die Trauer die Bildaussage bestimmt. Die Tage des Kirchenjahres bestimmen das Leben der Landbevölkerung, die Karwoche wird Ausdruck ihres eigenen Leides.

 

„Welcher Art waren nun die Bilder, die Werner Berg ein Leben lang als Vision begleiteten und die er in der realen Welt wiederzufinden suchte? Es waren Bilder, in denen das alltägliche Leben für einen Augenblick innehielt, die Hast abstreifte und sich selbst reflektierte. In denen der Alltag festlichen Charakter annahm. Das Gewöhnliche als das Besondere erschien und das Kleinste feierliche Würde gewann. In denen die Landschaft zur Chiffre, zur Hieroglyphe wurde und uns eine geheime Botschaft suggerierte. In denen die einfachsten Handlungen und Bewegungen der Menschen, ihr Gehen, Stehen und Sitzen als ein Teil eines rituellen Lebensvollzuges erschienen. In denen ihre Gesten und ihre Blicke, ihr Sprechen und ihr Schweigen, ihr Wachsein und ihre Versunkenheit von eigenartiger Bedeutung erfüllt waren“, schreibt Wieland Schmied.

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