Händler - 1952 (60x100cm)

Händler

„Erscheinungsbild und Haltung sind grundlegend für die Bildidee und auch für die Bildgestaltung. Die üppige, fette, breit lagernde Gestalt erfüllt das ganze Bild, ja überragt sogar an allen Seiten dessen Grenzen. Der überdimensionierte Schulterbogen des Mannes hat etwas Bedrohliches – diesem Händler kann nicht grundsätzlich vertraut werden. Das Rund des Schädels gemahnt – auch aufgrund der kräftigen rötlichen Tönung – beinahe an einen Ballon. Seine Feistheit ist ein Zeichen seines Wohlstandes, stellt aber auch eine gewisse Gefährdung für Hab und Gut seines Gegenübers dar. Das Bild ist von Details gereinigt, nicht Einzelheiten sollen vermittelt werden, sondern alles steht im Dienste der Aussage „Händler“. Den Künstler interessiert die große Form, das Wesentliche der Teilformen, das über die Bildteile hinweg zur Bildaussage zusammenwirkt. Das Typische der Person und Situation zu einem bleibenden Zeichen der menschlichen Existenz zu verdichten ist das Anliegen des Künstlers“, schreibt Barbara Biller.

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