Kegler Wiesenmarkt - 1962 (35x55cm)

Kegler Wiesenmarkt

„Hier besteht die Komposition aus einem Gerüst von Horizontalen und Vertikalen. Alles ist festgefügt, jede Teilform ist unverrückbar. Die Gliederung der sechs Kegler wird zum Spiel der Formen. Der aktive Kegler findet Raum zwischen zwei „Paaren“. Das Hintereinander dieser Männer definiert Tiefenschichten. Der aktive Kegler steht in der vordersten Schichte, der sechste Mann, dieses ausgleichend, in der dritten hintersten Ebene. Mit der sechsten Person wird die symmetrische Positionierung der Fünferkonfiguration aufgelockert. Das gesamte Motiv ist etwas aus der Bildmitte nach links gerückt; die linke Stütze direkt an den Bildrand gesetzt. In der Leserichtung erleichtert dies den Eintritt in das Bild. Am rechten Bildrand wird demgegenüber durch die mehrmalige Staffelung heller und dunkler Vertikallinien ein markantes Bildende entwickelt. Die zunehmend größere Höhe dieser Vertikalen unterstreicht zudem diesen Effekt.

 

Durch die Entwicklung eines solcherart unverrückbaren Gefüges mittels Komposition und durch die Verklammerung – die inhaltliche Verbindung – der Einzelformen über Bildbereiche hinweg wird die Einheit des Bildes, die große Form angestrebt. Dieser Absicht dienen natürlich auch malerische Mittel. So wie die Formen parallel ausgerichtet werden oder durch Ähnlichkeit oder Gegensatz aufeinander reagieren, werden auch mit der Farbe Bildbereiche verschränkt. Der Kontur, der kräftig blau und in gleichbleibender Stärke sämtliche Einzelformen umfängt, dient in gleicher Weise der Formeinheit“, schreibt Barbara Biller.

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