Keusche im Herbst - 1967 (40x120cm)

Keusche im Herbst

„Wenn ich von Vergangenem gesprochen habe, so denk ich auch an dieses ganz einfache Keuscherl, Grundform eines kleinen Hauses, das ich einmal zufällig gesehen und gemalt habe. Es dauert nicht lang und da sind Neubauten davor, dahinter, links und rechts, und die Keusche ist verschandelt und bald auch verschwunden. Mittlerweile steht nicht ein Stein mehr. Und das ist vielleicht das traurige, nicht dass die Zeit sich entwickelt – das war immer der Fall – und Neues an ihre Stelle tritt, sondern dass das Maß verschwindet, die Gehaltenheit. Ich bin ja keineswegs da, um etwas museal zu konservieren, aber es erfüllt einen schon mit Trauer – der Sotriffer hat ja ein Buch geschrieben über die verlorene Einheit –, wie diese Dinge, die das Land mit Seele erfüllen, dann doch plötzlich dahin sind“, erzählte Werner Berg.

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