Kirschblüten - 1934 (95x75cm)

Kirschblüten

Der Blütenzweig im Atelierfenster vor dem frischen durchscheinenden Grün der Birken war für Werner Berg Sinnbild seines Beginns auf dem Rutarhof. Ganz nah reichen Vase und Zweig an den oberen und unteren Bildrand heran, der Größenunterschied zu den auf der Wiese spielenden Kindern verleiht dem Zweig monumentale Größe, denselben Zweck erfüllt die Nahsichtigkeit – die Berge im Hintergrund sind ebenso wie das Fensterbrett im Vordergrund durch den Bildrand angeschnitten und rücken so den dargestellten Ausschnitt unmittelbar an den Betrachter heran.

 

„Wenn das Motiv in seiner Ausdehnung nahe an die Bildgrenzen heranreicht oder sich sogar über diese hinaus erstreckt, ist Nahsichtigkeit gegeben. Dieses Formmittel wird bei Werner Berg bei bestimmten Themen konsequent, bei anderen in abgeschwächter Form eingesetzt. Nahsichtigkeit übersteigert das Ausmaß der Form und erhöht auch die inhaltliche Bedeutung des Motivs; sie erzeugt eine gewisse Spannung. Das Motiv wird um ein dramatisches Moment erweitert“, schreibt Barbara Biller.

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