Rutarhof - 1931

Rutarhof

 Im März 1931war der 26jährige Künstler mit seiner Frau und dem Dichterfreund Kurt Sachsse auf dem Rutarhof gekommen um dort fortan als Bauer zu leben. 1904 in Wuppertal-Elberfeld geboren hatte Werner Berg nach dem Abitur zunächst eine Handelslehre absolviert, dannach Staatswissenschaften in Wien studiert und mit ausgezeichnetem Erfolg promoviert. Doch sein Kindheitswunsch war schon Maler zu werden und er besuchte nun die Akademien in Wien und München. Ausgedehnte Wanderungen führten ihn mit seiner späteren Frau Amalie "Mauki" - ebenfalls promovierte Staatswissenschaftlerin - durch die Alpenlandschaften Österreichs. Dabei wuchs in den beiden die Gewissheit, sich auf dem Land als Bauern anzusiedeln, ein Leben unter einfachsten Bedingungen zu führen.

In der einfachen Darstellung seines soeben erworbenen kleinen Hofes in reinen schwarz-weißen Flächen ließ Werner Berg zum ersten Mal sowohl alles akademisch Gelernte als auch die fahrige Hektik des expressionistischen Holzschneidens hinter sich.

Als Werner Berg sich Bauer auf dem Rutarhof ansiedelte, wählte er mit dem Holzschnitt die älteste Drucktechnik – er kam bei seinen Handabzügen sogar ohne Druckerpresse aus – zu seiner ausschließlichen grafischen Ausdrucksform. Der Holzschnitt schien der selbst gewählten ursprünglichen Lebensform am besten zu entsprechen.

Obwohl diesem Holzschnitt bereits zahlreiche andere vorausgingen, gab ihm Werner Berg die Werknummer 1. Er wollte damit wohl auch die Bedeutung seiner neuen Lebenssituation auf dem entlegenen Hof unterstreichen. Seit der Errichtung der Werner-Berg-Galerie 1968 beginnt auch deren Hängung mit diesem Holzschnitt.

 

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