Selbstbildnis vor Orange - 1936 (89x63cm)

1936 fand sich Werner Berg in der schwersten Krise seines bisherigen Lebens. Ein Jahr zuvor hatte die polizeiliche Sperre seiner Ausstellung in Köln den Beginn seiner Brandmarkung als entarteter Künstler eingeleitet. Das jähe Ende einer hoffnungsvollen Malerfreundschaft zu Herbert Boeckl hatte ihn auf sich allein gestellt zurückbleiben lassen. Der Schulkamerad und Dichter Curt Sachse, der mit Werner Berg gemeinsam 1931 auf den Rutarhof gezogen war und die Funktion des „Verwalters“ bekleidete, hatte den Hof 1936 im Zerwürfnis verlassen und setzte Ende des Jahres seinem Leben ein Ende. Auch Werner Berg fühlte das Scheitern seines Lebenskonzeptes: der von ihm angestrebten Kunst war jeder öffentliche Weg versperrt, die Tätigkeit als Bauer lange nicht ertragreich genug, um die sechsköpfige Familie zu ernähren.

 

Als würde alles verbrennen und zugrunde gehen, so steht er, das Gesicht im Dunkel, vor dem flammenden Orange des Bildhintergrundes. Die Darstellung ist naturalistischer, näher dem Augenschein als die Bilder früherer Jahre – der Weg der Moderne, den Werner Berg hoffnungsvoll eingeschlagen hatte, scheint auf unbestimmte Zeit versperrt.

 

(Derzeit nicht ausgestellt.)

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