Taubstummer - 1935

Taubstummer

Die Einheit mit seiner Umgebung bestimmt den „Taubstummen“, wo die Äste der Bäume in den Linien der Hände in Augenbrauen, Nasenrücken, Wangenfurchen, Bart und Ohr ihre formale Entsprechung finden und eins aus dem anderen ohne Grenzlinie hervorzugehen scheint.

 

Angestrebtes Ziel ist es, das Wesen des einfachen Menschen mit ebenso einfachen Gestaltungsmitteln direkt zu vermitteln. Nur eine knappe weiße Linie deutet den stummen Mund an, während die gestikulierenden Hände seine Verbindung zur Welt sind.

 

„Werner Berg reflektiert die örtlich und funktional selbst gewählte Außenseiterposition des Künstlers. Er findet Möglichkeiten der Identifikation bei jenen, die sich abwenden, wie „Simon“, jenen, die kontaktunfähig sind wie der „Blinde Bettler“, jenen, die inbrünstig Adressaten suchen, wie die „Singenden Kinder“. Max Beckmann hatte mit dem Topos des „Horns“ ein Paradigma der Warnung und der erwarteten und ausgebliebenen Reaktion geschaffen; Werner Berg hat das Thema des nicht angenommenen Signals auf mehrere Motive verteilt“, schreibt Arnulf Rohsmann.

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