Skulpturengarten
Hans-Peter Profunser
Im Skulpturengarten des Museums wird wie bereits im Jahre 2025 die Ausstellung „Gegen den Strom von Hans-Peter Profunser gezeigt.
Geboren in Lienz und aufgewachsen in Berg im Drautal, erlernte dieser außergewöhnliche Künstler zunächst den Beruf des Maschinenschlossers. Erst im Jahr 1988 begann er seine bemerkenswerte Karriere als Bildhauer.
Über einhundert Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland, die Teilnahme an Symposien sowie zahlreiche Auszeichnungen zeugen von der künstlerischen Gestaltungskraft Profunsers.
Viele seiner Werke finden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen wieder, während über zwanzig Skulpturen im öffentlichen Raum zu bewundern sind.
Seine beiden großformatigen Metallskulpturen „Begegnung/ srečanje“ und „Die Getriebenen“ begrüßen bereits seit Jahren die in die Kulturstadt Bleiburg/Pliberk Reisenden an der nördlichen Gemeindegrenze.
Wenn man den Kampf Pier Paolo Pasolinis gegen Faschismus, Kirche, Umweltzerstörung und Kapitalismus mit der Situation in der heutigen Zeit vergleicht, hat es in keiner Weise eine Wende zum Guten gegeben. Deshalb sind Krieg, Umwelt, politische und gesellschaftliche Verrohung, der Egoismus, unser Zerfleischungsprozess die Themen meiner Ausstellung. In meiner künstlerischen Arbeit ist es mir ein Bedürfnis diese Verwerfungen auf drastische Art darzustellen.
In fast allen meinen Werken wird die von mir gewollte Botschaft über figurative Darstellungen vorangetrieben. Der Torso ist mein zentrales Ausdrucksmittel, so auch in dieser Ausstellung. Durch die Reduktion auf das Wesentliche in der Plastik sollen die Spannung und Kraft in den Arbeiten verstärkt werden.
Für mich ist eine Skulptur eine starke Arbeit, sobald die Spannung und die Kraft nicht vernachlässigt werden. Diese beiden Komponenten müssen den Betrachter an das Werk binden. Sind sie nicht vorhanden, werden Interessierte nicht berührt.
Gegen den Strom schwimmen möchte ich mit meinen Arbeiten: Zerfleischung, Loslösung, Gegen den Krieg, Verstrickung, Die Vergessenen, Totentanz und so weiter.
Meine bevorzugten Materialien sind Marmor und Metall. Hier habe ich großteils mit altem rostigem Eisen gearbeitet. Dabei wurden Teile ausgeschnitten, von Hand getrieben verformt und wieder zusammengeschweißt. Die im Kopf gereifte Skulptur entsteht ohne Modell oder Zeichnung. Dadurch bin ich viel freier in meiner Arbeit und der Ausgang bleibt immer offen. Bei dieser Arbeitsweise komme ich, ähnlich wie Sportler, in einen Flow und werde auf eine meditative Art und Weise getragen. Die Arbeit mit dem Stein ist eine viel kompromisslosere als mit Metall, da im Stein kein Fehler mehr rückgängig gemacht werden kann. Auch bei diesem Material arbeite ich aus meiner Vorstellung im Kopf. Es ist für mich wie eine Route, die ich einschlage, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen.
Hans-Peter Profunser
1. Mai – 09. November 2025
Di-So: 10-18 h
Feiertags geöffnet
Führungen gegen Voranmeldung